http://www.taz.de/Feministisches-Festival-in-Berlin/!5421949/
„Genietum, das Maximum der schöpferischen Begabung, schien stets Männern vorbehalten zu sein. Genies heißen Goethe oder Shakespeare; mit dem Denker-Superlativ „Universalgenie“ adelte man etwa Leonardo da Vinci und Gottfried Wilhelm Leibniz. Nie aber Frauen.“
„Und dennoch: Googelt man „Patti Smith“ und „Genie“, erhält man einen Artikel über William S. Burroughs.“
„Umso irritierender ist deshalb der Titel der Veranstaltungsreihe, die sich Kerstin und Sandra Grether, Musikerinnen, Autorinnen und Vordenkerinnen des Pop-Feminismus in Deutschland, nun ausgedacht haben: „Ich brauche eine Genie – Popkultur, Feminismus, Spaß und so“.
“ Als Inspiration nennen sie die Band von Sandra und Kerstin Grether, Doctorella (von deren Song „Ich brauche ein Genie“ auch der Titel des Abends entliehen ist). Auf ihrer aktuellen Platte „Ich will alles von dir wissen“ singen die Grether-Schwestern: „Die Liebe ist ein Song, der sich nicht reimt, sie ist nicht gut gemacht, nur gut gemeint“.
Ist das nun genial? Warum nicht. „Wir bewundern große Songwriterinnen und finden es schändlich, dass der Kulturbegriff so eingestaubt ist. Und man nur mit dicken Büchern ernst genommen wird, aber nicht mit genialen Liedzeilen, die jeder immer wieder vor sich hin summt“, sagen Zuckerklub. Größe im Verborgenen suchen: Besser kann man die Halbgötter von einst wohl nicht vom Olymp holen.“