Erlebnisbericht vom Jetztmusikfestival, 8.4. in Mannheim…inklusive Live-Video & Popakademie…

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von Sandra und Kerstin geschrieben

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„Too much coffeine in your bloodstream!“ Oder:“ I´ll keep it with mine…“

Was gibt es Schöneres als in einem Kunstraum über Genies zu singen? Zumal in der alten Heimat! Und das danach auf 8mm festzuhalten! Danke @Theresa fürs Video. Der Abend beim Jetztmusikfestival in Mannheim am 8.4.2016 war eine einzige Freude! Wir feierten die Editon Fieber Collections, in der wir die Ehre hatten gleich bei der ersten Edition 2010 von der großen und von uns sehr geschätzten Künstlerin Cosima von Bonin als Band ausgewäht worden zu sein. Wir feierten, dass die Veranstalter vom Jetztmusikfestival die Größe von Edition Fieber erkannt hatte und ihnen einen eigenen Abend beim Festival gegeben hatte. Wir feierten das Wiedersehen mit einem gewissen Thomas Venker…Wir feierten, wie viele Leute da waren das von Jan Lankisch in Kunstabsicht aufgestellte Zelt zu bestaunen… Wir feierten, dass Jan Lankisch vor unserem Auftritt genau DAS Lieblingslied überhaupt von Sandra und Thomas NACH unserem Auftritt genau DAS Lieblingslied von Kerstin überhaupt spielte. (Natürlich ohne, dass wir es uns vorher gewünscht hätten). Was zeigt, dass wir irgendwie unsere Vorbilder erreicht haben müssen mit unseren neuen Songs… A rush and a push and the land, that we stand on is ours!

Sowas nennen wir FIEBER! Von Sandra stammt übrigens die Titelidee  zum Label. Herr Venker wollte es seinerzeit irgendwas mit „Scheitern“ nennen, aber Sandra wollte nicht, dass gleich die erste Doctorella-Single auf einem Label erscheint, das irgendwas mit „Scheitern“ heißt… Das wäre ein schlechtes Omen gewesen für den Start einer so vielversprechenden Band… Aber das ist eine lange Geschichte, die mit des Venkers Grippe damals zusammenhängt & die wir eigentlich noch auf der Bühne erzählen wollten, wären wir nicht von unseren eigenen Liedern so geflasht gewesen, dass wir das dann ganz vergaßen.  Wir selber wurden natürlich auch gefeiert, wenn wir das hier anmerken dürfen. Kein Wunder, wir spielten 15 Songs im Duo-Akkustik-Set locker durch, die Hälfte davon neue Lieder! Und das ganz ohne unsere lieben Jungs an Bass, Schlagzeug und Lead-Gitarre. Erst während dem Auftritt dämmerte uns, dass wir noch nie so viele Lieder ohne Band gespielt hatten. Aber da war es zu spät. Das Publikum war begeistert und gab uns nicht die Möglichkeit die Setliste zu verkürzen. Nur „Die Reichen tragen schwarz“ hatten wir heimlich weglassen wollen. Das rächte sich prompt als sich ausgerechnet unser neues Lieblingspaar Thomas Venker und Künstlerin Sarah Szczesny lautstark das Lied wünschten.

Kerstin hatte zum ersten Mal ihren neuen Micro-Korg-Synthie dabei, denn irgendwo, vielleicht hier im Groove, hatte sie gelesen, dass das Jetztmusikfestival eigentlich ein Elektronik-Festival meets Kunst ist, woraufhin sie anfing, sich vor ihrem Keyboard zu fürchten… Und so zauberte sie nun eine Electronica-2016-Version von Parole Trixis „Seid gegrüßt“ auf die Bühne, als wäre Parole Trixi keine Riot Grrrl sondern eine Electro-Clash-Band gewesen….Zu „Irrenhaus“ gabs Trance-Geblubber, na ja, so richtig die Bedienungsanleitung des Synthies ist noch nicht durchgearbeitet, aber man wird ja wohl noch die handelsüblichen Musikrichtungen auseinanderhalten und zerlegen dürfen… Zumal im blauen Glitzerkleid.

War fast ein bisschen viel wie die Jungs da in den ersten Reihen geknipst haben. Ist natürlich ein erhebendes Gefühl, so Pete-Doherty-für-einen-Tag, nur weil man gelernt hat auf High Heels zu tanzen.  Sandra hat von allem nichts mitgekriegt, erstens weil sie sich weigert tiefendekolletiert eine Bühne zu betreten (hat sie auch gar nicht nötig…), zum andern, weil sie so auf ihre Gitarre konzentriert war, dass sie den Dauerbeschuss der Fotografen für Blitze aus dem All hielt, was sie allerdings nicht daran hinderte, sich beim Solo in der Mitte von „Ich brauche ein Genie“ bei einem Ton so zu verspielen, dass sie das Solo um die Hälfte gekürzt sofort abbrach…  Ganz die Live-Paranoikerin, die bei einem Fehlerchen sofort das Raumschiff in eine neue Umlaufbahn schießt. Das geht natürlich nur, wenn die restliche Band nicht dabei ist. Und stellte sich als sowas wie der Vorteil eines langen Akkustik-Sets heraus: man kann während der Lieder improvisieren…ganz neue Live-Experimente!…

Wir bei www.doctorella.de freuen uns also umso mehr, dass das untenstehende Live-Video von „Ich brauche ein Genie“ freigegeben wurde…:)

Und apropos Handwerk statt Kunstwerk: Nebenan von wo die Kunstboheme feierte, befand sich die „Mannheimer Popakademie“.  Es gibt sie tatsächlich! Wir konnten uns von ihrer Existenz leibhaftig überzeugen. Denn wir gingen hin um Fotos zu machen. Und bestaunten das imposante Gebäude mit einem leichten Schaudern…

Schon vorher hatte sich der Veranstalter Dennis für unsere Erinnerungsfotos die Bildunterschrift überlegt: „Endlich angekommen in der großen Welt des Pop! Und so fühlten wir uns dann auch gleich zuhause, als wir die weitläufige Aula betraten und von Stelltafeln begrüßt wurden, die uns im Bausparkassen-Style das kleine Einmaleins der Popkultur näher brachten. „Wir fördern Pop!“. „Pop ist Kulturgut!“. „Pop ist Wirtschaftsfaktor.“ „Pop ist mehr.“ „Pop ist Sprache.“ Bevor wir uns allerdings in ein paar „Deutschen“-Witze retteten, machte uns eine weitere Stelltafel klar, was „Pop“ auch noch sein kann:

„Pop ist Rammstein in Amerika.“ Darüber wird es in der Pop-Akademie bald einen Vortrag geben. Dem haben wir nun freilich nichts mehr hinzuzufügen. Außer: Doch, doch, Baden-Württemberg und Pop, das geht schon… Man muss nur einfach ein Haus weiter zur Nr 25 gehen, zum Jetztmusikfestival. Und SWR3 nicht anmachen. Denn dort lief, als wir in die Stadt hineinfuhren, tatsächlich, und wie immer, Bryan Adams, Sommer of 69…

Die Fieber-Boheme verbachte die Aftershow-Party dann im Club, wo DJ Lena Willikens ein tolles Set hinlegte!  Sie sei seit ihrem dreizehnten Lebensjahr eine passionierte Plattensammlerin, sagt sie selber. Und trägt beim Auflegen ein tolles von Sarah Szczesny gestaltetes T-Shirt.

Der Tag danach erwies sich schließlich als recht gefährlich. Die Streets of Mannheim sind halt nicht so harmlos wie die Streets of  Berlin… Man kann sich davon auf Thomas Venkers „Instagram“ Account persönlich überzeugen: wir waren`s nicht …

Wir wünschen einen fieberheißen Frühling! Und  hier das Video und ein paar Fotos:

20160413_23074520160409_034832    „Endlich20160404_184248-1 angekom20160413_212333men in der gro20160413_214339ßen Welt20160413_210544 des Pop!20160413_21331420160408_182329-1-1